Hütten, Heimat, Hochgenuss

Die Rifugi des Trentino

Trento, Juni 2026: Sie sind weit mehr als nur Orte, die Schutz in den Bergen bieten. Die Rifugi des Trentino sind Treffpunkte für Bergwanderer, Kletterer und Biker und verwöhnen ihre Gäste mit regionalen Spezialitäten. Gelebte Trentiner Gastlichkeit eben.

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal die Gipfeltour gestrichen, weil es auf der Hütte einfach zu gemütlich, zu schön war? Es spricht nichts dagegen, Hütten ins Zentrum der Berg-Aktivitäten zu rücken. Man findet hier längst nicht nur den Schutz vor den Unbilden des Wetters und einen Platz zum Schlafen, sondern trifft Gleichgesinnte und wird oftmals hervorragend bewirtet. Das gilt jedenfalls garantiert für die Rifugi des Trentino. Denn der Genuss, il gusto, wird auf den Hütten genauso gepflegt und gehegt wie auf den malghe, Almen, und in den Tälern. Es ist eine Selbstverständlichkeit und nicht etwa die Ausnahme, dass man in einem Rifugio gut speist und zum Abendessen, la cena, mehrere Gänge serviert bekommt. Die meisten Schutzhäuser setzen auf regionale Spezialitäten, Produkte von umliegenden Almen und eine authentische Trentiner Bergküche.

Ein dichtes Netz an Hütten und Wegen

Die wichtigste Bergsteigerorganisation des Trentino, die SAT – Società degli Alpinisti Tridentini, besitzt und betreut derzeit 35 Rifugi (sowie unbewirtschaftete 15 Biwaks). Im Trentino gibt es insgesamt aber über 100 Berghütten, die sich auf den Besuch von Wanderern, Klettersteig-Fans, Kletterern und Bikern freuen. Zwischen den Dolomiten, dem Lagorai, dem Adamello-Presanella-Massiv, der Paganella und den Brenta-Dolomiten erstreckt sich eines der dichtesten Hüttennetze der Alpen. Wenn man dann noch weiß, dass es im Trentino mehr als 1100 beschilderte Wanderwege und Klettersteige mit einer Gesamtlänge von 5850 Kilometern gibt, wird schnell klar: Zu den Rifugi führen viele Wege, so dass, im sprichwörtlichen Sinne „kein Weg an ihnen vorbeiführt“. Was liegt also näher, als die 12 Gebirgsgruppen des Trentino über ihre Schutzhäuser zu entdecken und von dort in Tagestouren Gipfel zu besteigen oder von Hütte zu Hütte zu wandern? Auf www.trentinorifugi.com bekommt man einen praktischen Überblick, sortiert nach den jeweiligen Bergregionen, illustriert mit Bildern auch vom „Innenleben“ der einzelnen Rifugi. Dazu sind die wichtigsten Daten wie Lage, Höhe, Kapazität sowie Telefonnummer, E-Mail und Webseite aufgelistet. Man kann also direkt mit dem Buchen beginnen.

Besondere Hütten

Es ist an der Zeit, bei ein paar außergewöhnlichen Hütten vorbeizuschauen: Wer es felsig mag und Höhenluft schnuppern will, darf das Rifugio Mantova al Viòz auf 3535 Metern unterhalb des Gipfels des Monte Vioz (3645 m) nicht missen (www.rifugiovioz.it). Es liegt in der Ortler-Cevedale-Gruppe und ist nicht nur die höchstgelegene Berghütte des Trentino, sondern der gesamten zentral-östlichen Alpen. Nach ihrer aufwändigen Renovierung im August 1996 gilt sie als Vorzeigehütte, denn sie ist dank vertikal an der Außenwand angebrachter Solarpaneele weitgehend energieautark. 54 Bergsteiger finden dort einen Schlafplatz.

Nicht weniger spektakulär liegt das Schutzhaus mit dem einprägsamen Namen Ai Caduti dell’Adamello, „Für die Gefallenen des Adamello“, das direkt an eine Felswand gebaut wurde (www.rifugioaicadutidelladamello.it). Die Hütte entstand Ende der 1920er Jahre auf den Überresten ehemaliger Militärstellungen des sogenannten Guerra Bianca, Weißer Krieg, der zwischen 1915 und 1918 auf den Gletschern und Gipfeln der Adamello-Gruppe tobte. Nach dem Krieg entstand die Idee, an diesem geschichtsträchtigen Ort auf 3025 Metern Höhe eine Hütte zum Gedenken an die gefallenen Soldaten zu errichten. 1986 besuchte der bergbegeisterte Papst Johannes Paul II. das Schutzhaus, das von einer Stiftung betrieben wird und über 100 Schlafplätze verfügt, gemeinsam mit dem damaligen italienischen Staatspräsidenten Sandro Pertini und unternahm dort Skitouren auf dem Adamello-Gletscher. 1988 feierte er dort sogar eine Messe am nah gelegenen Passo della Lobbia (3040 m). Seither wird die Hütte auch als Rifugio del Papa bezeichnet. Innen ist sie komplett mit Holz vertäfelt, man sitzt gemütlich und vergisst schnell die leidvolle Geschichte wie auch die exponierte Lage.

Hütten-Vielfalt in den Brenta-Dolomiten

Wer die Brenta-Dolomiten liebt, hat hüttentechnisch ein Luxusproblem: Es gibt ganze 17 Rifugi, und alle sind einen Besuch wert. Das Rifugio Alimonta (www.rifugioalimonta.it) beispielweise liegt auf 2580 Metern und damit inmitten der steinernen Welt der Brenta. Wer abends zur blauen Stunde vor die Hütte tritt und die Szenerie der dahinter steil aufragenden Felstürme betrachtet – davor das Schutzhaus mit dem weichen, warmen Licht, das aus den Fenstern scheint – der wird immer wieder kommen wollen. Nebenbei bemerkt liegt das Rifugio Alimonta hervorragend für Klettersteig-Touren wie der berühmten Via delle Bocchette.

Eine anspruchsvolle Tagesetappe entfernt und gut zehn Kilometer weiter südlich liegt im Herzen des Gebirgsstocks das Rifugio Silvio Agostini (www.rifugioagostini.com), eine der traditionsreichsten Hütten der Brenta-Dolomiten. Seit rund einem halben Jahrhundert wird es von der Familie Cornella bewirtschaftet. Heute verwöhnen Roberto und sein Sohn Emanuele Cornella die Gäste auf 2410 Metern mit regionalen Spezialitäten. Meist übernachten Bergsteiger und Kletterer auf der Hütte, denn die umliegenden Gipfel wie Cima Tosa (3136 m) und Cima d’Ambiez (3102 m) bieten jede Menge Routen. Das Rifugio verfügt über 54 Schlafplätze. Roberto ist ausgebildeter Koch und sammelt beispielsweise im Mai Bergspinat für die ganze Saison. Die Spezialität – hausgemachte Spinatknödel – ist fester Bestandteil der Speisekarte und kommt bei den Gästen bestens an.

Zu Gast bei den Anfängen des Skitourismus

Auf der anderen Seite der Etsch, in der Gruppo Pale di San Martino di Castrozza, liegt  im Herzen des Naturparks Paneveggio – Pale di San Martino am Passo Rolle die Capanna Cervino (www.capannacervino.it). Von dem Platz auf 2084 Metern hat man einen perfekten Blick auf den markanten Felsgipfel des Cimon della Pala (3184 m), der oft als „Matterhorn (ital. Cervino) der Dolomiten“ bezeichnet wird – daher der Name der Hütte. Sie ist klein, urgemütlich und hat nur 24 Betten. In der Stube hängen alte Ski und alte Fotos, die einen Hinweis auf die Geschichte des Rifugio hinweisen. Die Capanna Cervino wurde Anfang der 1930er-Jahre vom Alpinisten und Skischul-Pionier Alfredo Paluselli gegründet und war Teil einer Skischule. Sie gilt als eines der frühen Beispiele für den organisierten alpinen Skitourismus in den Dolomiten. Im Winter liegt sie inmitten eines Skigebiets, im Sommer hat man einen unvergleichlichen Panoramablick auf die Pala.

Es gibt so viele herrliche Hütten zu entdecken. Jetzt ist die beste Zeit, damit loszulegen!

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Über das Trentino – So vielfältig und bunt wie die vier Jahreszeiten
Die autonome Provinz Trentino in Norditalien zwischen den Dolomiten und dem Gardasee präsentiert sich als Urlaubsziel für 365 Tage im Jahr. Hier vereint sich mediterraner Lebensstil mit alpinen Traditionen, schroffe Gipfel treffen auf sonnige Weinberge und glasklare Seen – übrigens mehr als 300 an der Zahl.
Im Winter lockt eine Vielfalt an unterschiedlichen Wintersportangeboten, im Frühling verwandeln sich die Obstbaum-Plantagen in ein pastellfarbenes Blütenmeer und dank des milden Klimas starten Natur- und Sportliebhaber wieder durch.
Der Sommer steht ganz im Zeichen des Wassersports auf den über 300 Seen, dazu Wanderungen, Radtouren und rasante Mountainbikemöglichkeiten. Hübsche Städte wie Trento und Rovereto laden zu kulturellen Entdeckungen ein, dazu locken unzählige Schlösser, historische Burgen, Museen und Musikveranstaltungen.

Der perfekte Reisebegleiter für maßgenschneiderte Unternehmungen ist die App „Mio Trentino“, die kostenlos in den gängigen App-Stores runtergeladen werden kann. Sie liefert schon bei der Planung einer Reise ins Trentino sowie vor Ort nützliche Urlaubstipps, Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Aktivitäten und ist gleichzeitig die digitale Gästekarte, die man von teilnehmenden Unterkünften erhält.

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