Die Brenta im Trentino

Dolomiten at its best

Trento, Juli 2026: Die Brenta-Dolomiten zählen zu den eindrucksvollsten Gebirgslandschaften des Trentino – ein Ort, an dem alpine Geschichte, spektakuläre Felsarchitektur und große Bergmomente auf besonders intensive Weise zusammenfinden.

Manchmal, wenn Aldo Turri in Stimmung war, sang der Wirt der Zwölf-Apostel-Hütte (Rifugio XII Apostoli) im Süden der Brenta am Abend spontan die Hymne des Trentino: La Montanara, 1927 komponiert von Toni Ortelli für den Bergsteigerchor des Trentiner Alpenvereins, der Sezione Operaia Società Alpinisti Tridentini. Während der Bergführer all seine Ehrfurcht und Leidenschaft für die Brenta-Dolomiten in seine Stimme legte, konnte man als Zuhörer die senkrechten Wände und steilen Felstürme vor dem inneren Auge wachrufen und die eigenen Erlebnisse auf den Eisenleitern und den schmalen Felsbändern vorbeiziehen lassen. Seine voller Zärtlichkeit vorgetragene Hymne war gleichzeitig eine Hommage an Bruno Detassis, der das benachbarte Rifugio Brentei als legendärer Trentiner Alpinist fast 60 Jahre leitete. Schon im Jahr 1935 eröffnete Detassis die „Via delle Guide“, eine 800 Meter hohe Direttissima durch die senkrechte Nordostwand des Crozzon di Brenta (3135 m), dritthöchster Gipfel der Brentagruppe. Noch heute gilt die Route als einer der großen Dolomitenklassiker.
Bruno Detassi starb 2008 im Alter von 97 Jahren in Madonna di Campiglio und Aldo Turri hat im vergangenen Jahr den Stab an seinen Kollegen Alessandro Beltrami weitergegeben, zuvor Direktor der Bergführerschule von Madonna die Campiglio. Der besondere Spirit der Brenta lebt aber weiter.

Steile Felsnadeln, hohe Wände
Das liegt auch daran, dass diesem westlichsten Teil der Dolomiten eine Sonderstellung zukommt: Geologisch besteht die Brenta aus dem charakteristischen Dolomit-Gestein, doch räumlich ist sie durch das Etschtal und das Val di Non vom Rest getrennt. Sie ist ein eigener Gebirgsstock mit elf Dreitausendern, der sich über eine Länge von etwa 40 Kilometern in Nord-Süd-Richtung erstreckt und wie ein Monolith den Nordwesten des Trentino dominiert. Steile Felsnadeln- und türme, hohen Wände und schroffe Scharten prägen das Bild der Brenta, die besonders für ihre historischen Klettersteige berühmt ist – allem voran die Via delle Bocchette, die seit den 1930er-Jahren die natürlichen Felsbänder mit Leitern und Drahtseilen verbindet und damit eine spektakuläre Durchquerung des Hauptkammes ermöglicht. Wer die viertägige Tour (Auf- und Abstieg eingeschlossen) einmal gemacht hat, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Der von Fans liebevoll als „Klettersteig-Papst“ titulierte Alpinist und Autor Eugen Hüsler bezeichnet sie schlichtweg als „Traumpfad schlechthin in den Alpen – ohne Gegenstück“.

Madonna di Campiglio – Liebling der Kaiserin
Wie kann man sich diesem außergewöhnlichen Hochgebirge am besten nähern? Idealer Ausgangspunkt für Touren in die Brenta ist Madonna di Campiglio, auf 1550 Metern Höhe gelegen. Der Ort hat eine lange touristische Tradition. Händler, Pilger und Boten machten dort Station. Bereits im Jahr 1188 wurde in Madonna di Campiglio ein Hospiz gegründet, das bis Ende des 16. Jahrhunderts Bestand hatte. Denn damals führte durch das heutige Val Rendena ein wichtiger Übergang zwischen dem Fürstbistum Trient und der Lombardei.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Madonna di Campiglio eine veritable touristische Blüte. 1875 entstand mit dem Grand Hotel des Alpes das erste große, repräsentative Hotel des Ortes. Vor allem der Hochadel aus Österreich entdeckte die Alpen als Rückzugsort und Jungbrunnen. So residierten Kaiserin Elisabeth „Sisi“ und Kaiser Franz Joseph I. zwischen 1889 und 1991mehrmals in Madonna di Campiglio, was dem Ort zum Durchbruch zur mondänen Destination verhalf. Besonders Sisi schätzte die Möglichkeit zu ausgedehnten Wanderungen in relativer Abgeschiedenheit. Noch heute erinnern die 650 Einwohner von Madonna di Campiglio jedes Jahr mit der Feier des sogenannten Habsburger-Faschings an die Aufenthalte des Kaiserpaares.

Almen und Hütten inmitten der Brenta-Gipfel
In den 1950-er und 60er-Jahren entwickelte sich der Bergort zu einer der führenden Ski-Destinationen Italiens. Madonna di Campiglio ist aber längst auch ein lohnendes Ziel für Wanderer, Kletterer und Biker. Dafür sorgt nicht zuletzt die erstklassige Hütteninfrastruktur. Einige der schönsten Almen und Rifugi der Brenta lassen sich – auch mit Hilfe von Seilbahnen – in Tageswanderungen erreichen. Schutzhütten wie das Rifugio Graffer al Grostè (2261 m), das Rifugio Tuckett e Sella (2272 m), das Rifugio Brentei (2181 m), das Rifugio Alimonta (2580 m) und das Rifugio XII Apostoli (2489 m) garantieren ein spektakuläres Brenta-Erlebnis mit Blicken auf mindestens einen der drei höchsten Gipfel Cima Tosa (3173 m), Crozzon di Brenta (3151 m) und Cima Brenta (3135 m).

Einmal rund um die Brenta
Wer statt Adrenalinkicks auf den berühmten Klettersteigen lieber Bergeinsamkeit sucht, der kann sich auf den Dolomiti di Brenta-Trek begeben. Das perfekte Urlaubsgefühl wird sich bereits in Tuenno im Val di Non einstellen, einem ruhigen Ort inmitten von Apfelplantagen. Das eingeschnittene Val di Tovel führt von dort hinauf zum Lago di Tovel (1178 m), einem kristallklaren Bergsee (früher färbte eine Alge den See in warmen Sommern rot, aber das ist längst Vergangenheit), in dem sich die umliegenden Gipfel der Brenta spiegeln. Etwa eineinhalb Wanderstunden entfernt liegt die Malga Tuena, die ein paar Betten zur Übernachtung anbietet und die sich gut als Startpunkt des Brenta-Treks eignet. In sieben Tagen umrundet man den Gebirgsstock, von Hütte zu Hütte, von Malga zu Bivacco. Klettersteige bleiben bis auf eine Ausnahme (eine Umgehung ist möglich) außen vor, stattdessen wandert man oft völlig allein in mittlerer Höhe und inmitten einer prächtigen Bergnatur. Wilde, dichte Wälder wechseln sich mit steilen, üppig blühenden Grasflanken und den von Almen geprägten weiten Wiesenteppichen ab. Es ist ein Weg in die unbekanntere Brenta, und will man in ranken, dann gehört er sicherlich zu den schönsten Wanderstrecken der Ostalpen.

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Über das Trentino – So vielfältig und bunt wie die vier Jahreszeiten
Die autonome Provinz Trentino in Norditalien zwischen den Dolomiten und dem Gardasee präsentiert sich als Urlaubsziel für 365 Tage im Jahr. Hier vereint sich mediterraner Lebensstil mit alpinen Traditionen, schroffe Gipfel treffen auf sonnige Weinberge und glasklare Seen – übrigens mehr als 300 an der Zahl.
Im Winter lockt eine Vielfalt an unterschiedlichen Wintersportangeboten, im Frühling verwandeln sich die Obstbaum-Plantagen in ein pastellfarbenes Blütenmeer und dank des milden Klimas starten Natur- und Sportliebhaber wieder durch.
Der Sommer steht ganz im Zeichen des Wassersports auf den über 300 Seen, dazu Wanderungen, Radtouren und rasante Mountainbikemöglichkeiten. Hübsche Städte wie Trento und Rovereto laden zu kulturellen Entdeckungen ein, dazu locken unzählige Schlösser, historische Burgen, Museen und Musikveranstaltungen.

Der perfekte Reisebegleiter für maßgenschneiderte Unternehmungen ist die App „Mio Trentino“, die kostenlos in den gängigen App-Stores runtergeladen werden kann. Sie liefert schon bei der Planung einer Reise ins Trentino sowie vor Ort nützliche Urlaubstipps, Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Aktivitäten und ist gleichzeitig die digitale Gästekarte, die man von teilnehmenden Unterkünften erhält.

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