Wandern abseits touristischer Hotspots

Verborgene Wege, stille Erlebnisse: Niederösterreichs unbekannte Wanderschätze

In Niederösterreich finden Wanderer, was viele von ihnen suchen: Schöne Wanderstrecken entlang wenig bekannter Pfade – vorbei an Burgruinen im Weinviertel, zu den geheimnisvollen Plätzen in den Wiener Alpen bis hin zu Wegen durch Flusstäler im Waldviertel. Diese Wanderungen sind Juwelen und kombinieren Natur, Kultur und regionale Kulinarik zu einem unvergesslichen Vergnügen.

Weinviertel: Mit dem Falken auf Tour
Falkenstein ist ein idyllisches Weinviertler Dorf, nicht weit entfernt von der tschechischen Grenze und Ausgangspunkt für eine aussichtsreiche zweistündige Wanderung durch eine der schönsten Weinlandschaften Niederösterreichs. Der Weinwanderweg „Kleiner Falkenflug“ erzählt die Geschichte des Ortes aus der Perspektive des Vogels. Für Abwechslung sorgen nicht nur die Ausblicke auf die sanft hügelige Landschaft, sondern auch das Weingartenlabyrinth mit einer Selbstbedienungshütte und die markante Burgruine Falkenstein.
Wer die Tour kulinarisch abrunden möchte, kann beim Hotel Neustifter einen „Weinviertler Picknickkorb“ vorbestellen und unterwegs an einem der vielen stillen Plätze Halt machen.

Überhaupt lädt die Region nicht nur zum Wandern, sondern auch zum Verweilen ein. Dazu kehrt man am besten in einem der für das Weinviertel typischen Heurigen ein – vom Bio-Weingut Josef Salomon in Falkenstein bis zu größeren Häusern wie dem TOP-Heurigen WEIN.KÜCHE des Weinguts Neustifter in Poysdorf.

Zahlreiche Winzerhöfe mit Gästezimmern bieten zudem die Möglichkeit, den Aufenthalt zu verlängern – etwa das Weingut Stadler mit Heurigem oder der Weinhof Luckner in Falkenstein. Auch im nahegelegenen Poysdorf gibt es Übernachtungsmöglichkeiten beim Winzer, so im Genießerhof Haimer oder im traditionsreichen Eisenhuthaus.
Noch mehr Lust auf Wein? Wie wär‘s mit einer Führung oder einem Bummel durch die Kellergasse „Oagossn“ in Falkenstein oder in den Poysdorfer Kellergassen mit ihrer für das Weinviertel typischen Architektur. Das Vino Versum mit der Ausstellung „WEIN + TRAUBEN Welt“ sowie eine Traktorrundfahrt durch die Weingärten runden das Angebot ab.
www.weinviertel.at/a-kleiner-falkenflug

Wiener Alpen: Geheimtipp aus dem Schneebergland
Ein wenig begangener Rundweg in den Gutensteiner Alpen verbindet auf sechs Kilometern Länge Natur, Kultur und spirituelle Orte. Die leichte Wanderung führt von Gutenstein–Mariahilfberg über Längapiesting/Schaftersbach zur Magdalenengrotte und zurück zum Ausgangspunkt an der Pfarrkirche im Ortszentrum Gutenstein.

Auf landschaftlich schönen Wegen erreicht man über einige Holz- und Felsstufen einen stillen Kraftplatz inmitten der Natur: die Magdalenengrotte. Und im weiteren Verlauf die auf einer kleinen Anhöhe stehende, pittoreske Wallfahrtskirche sowie das Servitenkloster. Die Mühen für den Anstieg werden belohnt mit einem fantastischen Panoramablick auf den Schneeberg, Schober, Öhler und den Großen Neukogel, den Hausberg Gutensteins.

Historische Kapellen, ruhige Waldwege und kleine Bachläufe machen diese Wanderung abseits der touristischen Hotspots zu einem echten Geheimtipp, bei der man die Natur fast ganz für sich allein genießen kann. Ideal für Familien und alle, die eine leichte, naturnahe Tour zum Entschleunigen suchen. Verlängern lässt sich diese in Kombination mit dem Naturlehrpfad, dem Kreuzweg oder dem Residenzweg, jeweils gut ausgeschildert am Mariahilfberg.

Wer noch etwas Zeit hat, findet in der Umgebung weitere schöne Wanderrouten wie beispielsweise ins Klostertal oder zu den Myrafällen. Kulturinteressierte können das Waldbauernmuseum oder das Raimund Museum mit Gedenkstätte besuchen.
www.wieneralpen.at/a-rundweg-gutenstein-mariahilfberg-ueber-laengapiestingschaftersbach-und-magdalenengrotte

Donau Niederösterreich: Weitwanderweg Kremstal-Donau (Etappe von Furth nach Paudorf)
Es muss nicht immer der Welterbesteig sein. Die dritte Etappe des Weitwanderwegs Kremstal-Donau kombiniert Natur und Geschichte ebenso mit eindrucksvollen Ausblicken. Rund 100 Kilometer erstreckt sich der Weg durch Wiesen, Wälder und Weingärten mit Anschluss an den beliebten Welterbesteig – im Gegensatz zum bekannten „großen Bruder“ noch ein echter Insidertipp.

Startpunkt der leichten, etwas über vier Kilometer langen Etappe ist Furth bei Göttweig. Highlight der Tour: das majestätisch am östlichen Rand der Wachau thronende UNESCO-Weltkulturerbe Benediktinerstift Göttweig. Sein barocker Baustil und die besondere Lage auf dem Göttweiger Berg verleihen ihm den Beinamen „Österreichisches Montecassino“, in Anlehnung an eines der größten Klöster Italiens. Einen Besuch sollte man sich nicht entgehen lassen.

Die Route führt weiter über Klein-Wien, vorbei an der malerischen Filialkirche St. Blasien mit ihrem historischen Bergfriedhof, bis nach Paudorf. Dort rundet ein besonderes Naturerlebnis die Wanderung ab: der Waldlehrpfad mit seinen imposanten Mammutbäumen – in dieser Größe einzigartig in Österreich.

Das Kremstal ist durch sein mildes Klima stark vom Weinbau geprägt. Zahlreiche Heurige und Winzer entlang des Weges durch die Weingärten und beschaulichen Winzerdörfer machen die Wanderung auch kulinarisch zum Erlebnis.
www.donau.com/de/wachau-nibelungengau-kremstal/imx/tour/weitwanderweg-kremstal-donau-03-furth-paudorf

Mostviertel: Königsbergrunde mit traumhaften Aussichten auf die Ybbstaler Alpen
Über den Eisgrabensattel zur Kitzhütte und zum Königsberg – diese Rundwanderung garantiert nicht nur ein grandioses Gipfelpanorama, sondern auch echte Bergerlebnisse und alpine Abenteuer für sportlich ambitionierte Wanderer.

Die anspruchsvolle Tagestour startet beim Bauernhaus Hochschlag. Über einen Almweg geht’s hinauf zur Kitzhütte, die von Mai bis Oktober bewirtschaftet ist, und weiter zum Eisgrabensattel. Über einen schmalen Jagdsteig, auf dem Trittsicherheit gefragt ist, wandert man abwechslungsreich über die idyllische Bergwiese der Hochau – ein landschaftliches Highlight der Tour. Der markierte Weg führt anschließend über Sattelreith wieder zurück zur Königsbergstraße, über die man nach reichlich 14 Kilometern und tausend absolvierten Höhenmetern schließlich den Ausgangspunkt erreicht.

Abseits der Wanderwege wartet ebenso viel Abwechslung: Der Bikepark Königsberg sorgt für Action auf zwei Rädern, während der Kräutergarten mit dem 5-Elemente-Weg zum entspannten Erkunden und Verweilen einlädt. Im Naturpark Eisenwurzen erwarten Besucher naturkundliche Erlebnisse und spannende Einblicke in die regionale Geschichte. An heißen Tagen bietet das Strandbad Hollenstein an der Ybbs eine erfrischende Abkühlung. Wer lieber gemütlich in die Pedale tritt, findet mit dem Ybbstalradweg eine der schönsten Radstrecken Niederösterreichs direkt in der Nähe – ideal für Genussradler und Familien.
www.mostviertel.at/a-koenigsbergrunde

Waldviertel: Naturgenuss auf dem Schauensteinweg im wilden Kamptal
Wer Lust auf eine abwechslungsreiche Rundtour durch ursprüngliche Natur hat, ist am Schauensteinweg genau richtig. Die rund 13 Kilometer lange, mittelschwere Wanderung führt von Wegscheid am Kamp über die Ruine Schauenstein bis Altpölla – und wieder zurück. Besonders beeindruckend: Von der Ruine aus öffnet sich ein traumhafter Blick ins weite, stille Kamptal, tief unten schlängelt sich der Fluss durch eine fast unberührte Landschaft mit ausgedehnten Naturwäldern.

Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein – zumindest für die Natur. Das Flusstal zwischen Wegscheid und Rosenburg zählt zu den ursprünglichen und damit besonders ökologisch wertvollen in Österreich. Hang- und Schluchtwälder wechseln sich ab mit blumenreichen Uferwiesen. Besonders eindrucksvoll sind die alten Buchenwälder mit ihren sogenannten „Methusalem“-Bäumen. Diese mächtigen, uralten Baumriesen erinnern an Urwälder und bieten bedrohten Tierarten einen geschützten Lebensraum.

Noch fit für weitere Entdeckungen? Im Renaissanceschloss Rosenburg fühlt man sich direkt ins Mittelalter zurückversetzt und das dortige Falknerei- und Greifvogelzentrum begeistert mit Flugshows. Auch die historischen Mauern der Ruine Dobra in idyllischer Lage direkt am Stausee sind mehr als fotogen. Und die Natur schützenswert: Die Region am Kamp soll künftig zum dritten Nationalpark in Österreich ernannt werden mit einer Kernzone im Dobratal.
Wer Kultur liebt, sollte dem Benediktinerstift Altenburg oder dem Stift Zwettl einen Besuch abstatten. Wer doch lieber Ruhe und Natur tanken will, findet am Fjordland der Kampseen stille Rückzugsorte. www.waldviertel.at/a-schauensteinweg

Wienerwald: Aussichtsreich von Turm zu Turm wandern
Die acht „Türme des Wienerwaldes“ sind historische Aussichtswarten, die sich, wie Perlen aufgefädelt, durch den Biosphärenpark Wienerwald reihen. Die jeweils einzigartigen Kulturdenkmäler mit 360-Grad Rund-um-Blicken über die Baumkronen erzählen jedes für sich eine eigene Geschichte.

Von Turm zu Turm: Über 27 waldreiche Kilometer und insgesamt 1.150 Höhenmeter zieht sich die facettenreiche Themenwanderung von Mödling bis Bad Vöslau von einer Aussichtswarte zur nächsten. Das kürzlich ausgebaute und beschilderte Wanderwegenetz ermöglicht eine gute Orientierung, obwohl die Themenwanderung selbst nicht ausgewiesen ist, folgt man einfach den vorhandenen Schildern zum nächstgelegenen Turm. Und natürlich ist auch eine Wanderkarte von Vorteil.

Beeindruckend durch seine besondere klassizistische Bauweise, erinnert zum Beispiel der Husarentempel inmitten des Naturparks Föhrenberge an die Schlacht von Aspern. Auch die Burgruine Mödling liegt im Naturpark Föhrenberge, am Rand des Wiener Beckens, und bietet einen schönen Blick auf die Stadt Mödling gen Osten und Richtung Westen hinauf zum imposanten Husarentempel. Die zehn Meter hohe Wilhelmswarte ähnelt einem bergfriedartigen Aussichtsturm und befindet sich auf dem Gipfel des Hochanningers. Die ursprünglich 1884 erbaute und 1980 adaptierte Theresienwarte bietet einen großartigen Panorama-Ausblick auf Baden, Bad Vöslau und Sooß. Deren elegante Holzkonstruktion lädt Genusswanderer und Spaziergänger zum Verweilen und Genießen ein.

Wer noch intensiver eintauchen will in den Wienerwald, kann unter anderem beim WienerWaldGenuss bei einer geführten Wanderung den Wald mit buchstäblich allen Sinnen erleben. Und an den ersten beiden Septemberwochenenden verwandelt sich die Thermenregion wieder in eine 15 Kilometer lange Theke. Auf der Genussmeile entlang des 1. Wiener Wasserleitungswanderweges zwischen Mödling und Bad Vöslau laden die Winzer an vielen kulinarischen Ständen mit Wein, Most, Sturm und regionalen Speisen zum Flanieren und Genießen ein. www.wienerwald.info/tuerme-wienerwald

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