Wer früher beginnt, ist schneller CO2 neutral

Klimaneutral, im großen Maße regional sowie fair – das ist die Basis für zukünftige Entscheidungen im Sonnenalp Resort

Ist es für ein 5-Sterne-Luxushotel einfach, klimaneutral zu werden? Nein, ganz sicher nicht. Aber es ist machbar, wie das traditionsreiche Sonnenalp Resort im Allgäu beweist. Vor zwei Jahren wurde dieses von einer externen, branchenunabhängigen Gesellschaft für Nachhaltigkeitsberatung zertifiziert. Es ist ein Herzensprojekt der Hoteliers Anna-Maria und Michael Fäßler und geht weit über das Engagement hinaus, das ansonsten üblich ist.

Normalerweise sind bei einem Hotel dieser Kategorie der perfekte Service, die gehobene Küche, der erholsame Spa-Bereich und exklusive Treatments oder der nahe Golfplatz die Kriterien, die zur Buchung bewegen. Und doch hat sich die Sonnenalp entschieden, all diese Vorzüge nochmal zu toppen und sie ihren Gästen klimaneutral anzubieten. Es ist eine Anstrengung, die mit viel Aufwand verbunden ist, mit vielen Überlegungen und Konsequenzen. Das geht nicht von einem Tag auf den anderen und die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Aber sie wird sich lohnen – davon sind die Hoteliers überzeugt. Zum einen lebt das Resort von und mit der wunderschönen Natur des Allgäus. Da kann man schon mal was zurückgeben. Zum anderen hat gerade die zahlungskräftige Klientel bei der Urlaubsbuchung mittlerweile die Natur und das Klima fest im Blick. Wer ins Allgäu fährt, der will Natur pur. Es ist zusätzlich fürs Gewissen gut – und so für den erholsamen Urlaub – wenn sich Erholungssuchende ins Kissen zurückkuscheln können und wissen, dass der Urlaub diesem Planeten so gering wie möglich schaden oder entsprechend kompensiert wird. Die Sonnenalp ist damit unter den Vorreitern der Hotelbranche, an dem sich zukünftig weitere Häuser messen müssen.

Bewusste Investition für kommende Generationen
Bei der Analyse der Ist-Situation wurden alle bereits vorhandenen Gegebenheiten und Maßnahmen genauestens untersucht. Dazu gehörten die Hackschnitzel-Heizung, der Einsatz von Solarenergie mittels einer 700 m2 großen Photovoltaik-Anlage, Ökostrom sowie die zahlreichen Mitarbeiterwohnungen in nächster Nähe des Resorts. Rund 120.000 fleißige Bienen sind für die hauseigene Imkerei im Einsatz, bestäuben eifrig die heimischen Pflanzen, welche ihrerseits CO₂-Gase binden. Die Pools werden seit über 40 Jahren mittels Wärmerückgewinnungsverfahren beheizt und die anfallende Hotelwäsche wird in der hauseigenen, ebenfalls klimaneutralen Wäscherei wieder sauber. Während der letzten Renovierungsphase im Zuge des 100-jährigen Jubiläums wurden rund zwei Drittel der Möbel liebevoll restauriert, anstatt sie zu ersetzen. Zudem wurde Anfang 2021 eine Anlage zur Abtrennung des Wasseranteils in Lebensmittelresten in Betrieb genommen. Und doch – für ein Haus dieser Kategorie reichen all die Bemühungen immer noch nicht. Michale Fäßler dazu: „Ein über hundert Jahre gewachsenes Hotel wie die Sonnenalp komplett emissionsfrei zu führen, ist eben kurzfristig nicht realisierbar – auch wenn dies das Endziel ist. Die verbleibenden Emissionen werden aktuell durch Investitionen in klimafreundliche Projekte sinnvoll ausgeglichen. Derzeit wird in ein UN-zertifiziertes Projekt, ein Wasserkraftwerk in Indonesien (Laufwasserkraftwerk am Asahan-Fluss beim Tobasee). Ziel des Projekts ist es, emissionsfreie Energie an das Sumatra Netz zu liefern, ein Netz mit relativ kohlenstoffintensiver Stromversorgung, das sich auf der Insel Sumatra befindet.“

Bei den Partnern und Lieferanten ist Umweltfreundlichkeit Pflicht
Nicht nur die Sonnenalp legt harte Maßstäbe an den eigenen Betrieb an, auch bei Partnern und Lieferanten wird streng auf deren Umweltbilanz geachtet. Und, während die Gäste durch die Klimaneutralität des Resorts auf keinerlei Komfort verzichten müssen oder gar sollen, wird hier die gute Umweltbilanz zum echten Bonus. Denn wer sein Fleisch von regionalen Zulieferern bezieht, wer Gemüse von den heimischen Bauern anliefern lässt, der bekommt eine Qualität, die die Gäste schmecken und genießen können. So kommt zum Beispiel ein Teil des Rindfleischs vom Bergbauernhof Peer in Ofterschwang, wo die Tiere im Sommer auf den kräuterreichen Almwiesen grasen. Im Winter können sie sich in einem offenen und lichtdurchfluteten Laufstall vor der Witterung schützen. Verwertet wird alles in der Hotelküche – Nose to Tail.

Soziale Verantwortung den Angestellten gegenüber
Und zu guter Letzt ist die Sonnenalp ein fairer Arbeitgeber. Für die Mitarbeiter werden Wohnungen in Laufnähe geschaffen, was nicht nur einen großen Komfort darstellt, sondern eben auch dem Ziel der Klimaneutralität dient.
Insgesamt gibt es inzwischen rund 170 Mitarbeiter-Apartments; bis Sommer 2024 werden weitere 34 inklusive Tiefgarage und Gartenanlage fertiggestellt. Die Dienstkleidung, eine schicke Tracht von heimischen Designern entworfen, beweist: Hier wird bis ins Detail an der Vision gearbeitet. Zum Wohl der Umwelt, zum Wohl der Mitarbeiter – und natürlich an erster Stelle zum Wohl des Gastes.

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